Zahlreiche Funde deuten darauf hin, dass die Iris- bzw. Augendiagnose bereits im alten Ägypten angewendet wurde. Auch Steinplatten aus dem asiatischen Raum tragen bereits Hinweise auf die Irisdiagnose. Hier stand die Beschäftigung mit farblichen Veränderungen im Auge im Vordergrund, eine topographische Zuordnung der Sektoren wurde allerdings nicht vorgenommen.
1670 beschrieb Philippus Meyens in der „Physiognomia medica“ erstmals die Organeinteilung der Iris nach Körperregionen und lieferte die Grundlage für die erste Iriskarte der Neuzeit. Der ungarische Arzt Ignaz von Peczely (1826-1911), der Begründer der abendländischen Irisdiagnose, nahm in der Iris eine Lokalisation der inneren Organe wahr und entwickelte eine Iristopographie. Etwa zur selben Zeit lebte Pastor Felke, ein Pionier der Augendiagnose und Heilkundiger, der weit über die Grenzen Deutschlands bekannt wurde.
Ein renomiertes Lehrinstitut für Irisdiagnose wurde in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in Dresden von Magdalene Madaus unterhalten. Josef Deck, der ein umfangsreiches Standardwerk zur Irisdiagnose verfasste, Josef Angerer sowie Joachim Broy und Günther Lindemann gaben der Irisdiagnose weitere Impulse.